2. Werkstatt – Diskussion erster Entwurfsideen

Teilnehmende stehen im Workshopzelt um einen Tisch und diskutieren

Rund 130 Teilnehmende haben sich am Mittwoch, den 11. August 2021, bei der 2. Öffentlichen Werkstatt zum Beteiligungsverfahren für den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark über Entwürfe unterschiedlicher Szenarien zur Weiterentwicklung des Sportparks informiert und ihre Anregungen hierzu an die Planungsteams weitergegeben.

Pandemiebedingt fand die Veranstaltung unter strengen Hygieneregeln in Zelten auf dem Parkplatz des Jahnsportgeländes statt. Hier stellten die drei Planungsteams ihre Ideen zu den drei Entwicklungsszenarien Abriss des Stadions und Neubau an gleicher Stelle (Team: Yellow Z Berlin, Holzwarth Landschaftsarchitektur), Umbau und Erhalt des Stadions (Team: weberbrunner berlin, Herwarth + Holz, Landschaft planen+bauen) sowie Neubau eines Stadions an alternativer Stelle im Sportpark und Teilnutzung des bestehenden Stadions (Team: Octagon Architekturkollektiv, Albert Wimmer, Querfeldeins). Eingeleitet wurde die Veranstaltung mit einer Begrüßung durch Manfred Kühne, Leiter der Abteilung Städtebau und Projekte der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, Gabriele Freytag, Leiterin der Abteilung Sport der Senatsverwaltung für Inneres und Sport und Sabine Thierbach, Leiterin des Fachbereichs Stadtplanung im Bezirksamt Pankow.

Kurzclip mit Impressionen zur Werkstattveranstaltung auf Facebok anschauen

Nach dieser Vorstellung verteilten sich die Teilnehmenden auf drei Workshop-Zelte, um Rückfragen zu den Entwurfsideen zu stellen, aber auch Anmerkungen an die Teams weiterzugeben und gemeinsam zu diskutieren. Die Erkenntnisse, die in der Werkstatt gewonnen wurden, werden in der nachfolgenden Planungsphase von den Teams berücksichtigt.

Zusätzlich konnten sich alle Interessierten bis zum 16. August 2021 auf mein.berlin.de beteiligen.

Input aus der 2. Werkstatt

Begrüßung und Einführung

Mitschnitt der Begrüßung der 2. Werkstatt (Video: georg+georg)

Input zu Szenario 1: Abriss/ Neubau an gleicher Stelle

Team: Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur

Input zu Szenario 1 von Team Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur (Video: georg+georg)

Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark (JSP) spielt eine wichtige Rolle für den lokalen Sport im Bezirk Pankow und hat eine lange Geschichte als Austragungsort bedeutender nationaler Sportveranstaltungen. Ziel ist es, diese Rolle zu stärken. Es sollen zusätzliche Sportanlagen im Freien geschaffen, neue Hallen errichtet und das baufällige Leichtathletikstadion saniert werden, wobei ein barrierefreier, inklusiver Zugang für alle gewährleistet werden soll. Für die Öffentlichkeit bietet der JSP Orte für spontane öffentliche sportliche Aktivitäten und ist aufgrund seiner Nähe zum Mauerpark Teil eines größeren Netzes von Fußgängerwegen und Erholungsmöglichkeiten im Freien. Daher wird die Erhaltung des öffentlichen Lebens im Park als ein grundlegendes Prinzip für eine integrative Umgestaltung angesehen.

Auf der Grundlage dieser Überlegungen wurden zwei Varianten entwickelt:

Entwurf Variante 1 „Boulevard“

  • Es entsteht ein starker zentraler Boulevard als Funktionsraum für Vereinssport und Verwaltungsnutzungen sowie als breiter, offener Durchgang für die öffentliche Nutzung und barrierefreie Erschließung des Stadions.
  • Ein „Sportband“ ergänzt den Boulevard und ist ein Raum für öffentliche Sportinteressen und Aufenthaltsorte.
  • Die Sportvereine profitieren von allen in Nord-Süd-Richtung ausgerichteten Sportplätzen und einem Begegnungszentrum, das als wichtige „Adresse“ für den Park fungiert.
  • Die asymmetrische Form des Stadions orientiert die Haupteingänge zum neuen Boulevard, der das zentrale Rückgrat des Parks stärkt.

Entwurf Variante 2 „Öffentliche Mitte“

  • Ein zentraler öffentlicher Raum wird geschaffen, um dem Park ein pulsierendes Herz zu geben, das von einer Ansammlung von Sportanlagen und Verwaltungsgebäuden umgeben ist.
  • Die bisher ungenutzte Fläche südlich der Max-Schmeling-Halle wird für Vereinssportanlagen genutzt. Dadurch werden in anderen Bereichen des Geländes wertvolle öffentliche Erholungsflächen frei.
  • Durch die Lage des Stadions erhält der Sportpark eine Adresse am Eingang Eberswalder Str.
  • Die Öffentlichkeit kann von umfangreichen Grünflächen, Freizeitsportanlagen und einer fließenden und organischen Erschließung des Geländes profitieren, die mit Laufschleifen ausgestattet ist.

Darstellung der Entwurfsidee zu Szenario 1 von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur

  • Entwurfsdetails von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur
  • Entwurfsdetails von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur
  • Entwurfsdetails von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur
  • Entwurfsdetails von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur
  • Entwurfsdetails von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur
  • Entwurfsdetails von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur
  • Entwurfsdetails von Yellow Z Berlin / Holzwarth Landschaftsarchitektur

Input zu Szenario 2: Umbau und Erhalt des Stadions

Team: weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen

Input zu Szenario 2 von Team weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen (Video: georg+georg)

Der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark entspricht in vielfacher funktionaler und gestalterischer Hinsicht nicht den heutigen und zukünftigen Anforderungen. Gleichwohl  weist der Jahn-Sportpark eine Vielzahl an Qualitäten und Entwicklungschancen auf, die wir mit unserem Leitprogramm zur umfassenden und doch behutsamen Erneuerung des gesamten Sportparks aufgreifen, freilegen und verstärken möchten.

Das definierte Bedarfsprogramm für die angestrebte Neugestaltung geht weit über das heutige Sportflächenangebot hinaus und ist kaum mit der gegebenen Größe und den lokalen Bedingungen des Sportparks vereinbar.

Um dennoch dem hohen Nachfragedruck in weiten Teilen entsprechen zu können, wird mit einer dreifachen Strategie aus

  1. Aktivierung der inneren Reserven in der Horizontalen (z.B. Umnutzung überdimensionierter Erschließungsflächen und Einbeziehung von Restflächen)
  2. Nutzungserweiterungen in der Vertikalen (z.B. Unterlagerung von Outdoor-Sportfelder mit halbversenkten Sporthallen, Vergrößerung des Stadions in der Tiefe, Überlagerung von Pkw-Stellplätzen mit Sportangeboten und Erschließungsflächen) sowie
  3. Mehrfachnutzungen resp. Multicodierungen in der Fläche (z.B. Erhalt von funktionsoffenen Bereiche für unterschiedliche Aneignungen und Nutzungen wie die Naturrasenfläche, Integration von sportlichen Angeboten in Überlagerung mit sonstigen Grün- und Freiflächen) 

das vorhandene Sportflächenangebot deutlich erweitert.

Gleichzeitig wird konzeptionell in weiten Teilen die vorhandene Nutzungsstruktur mit ihren klar definierten, patchworkartigen Aktivitätsfeldern respektiert und damit auch eine individuelle, zeitlich flexible und weitgehend autarke Entwicklung dieser einzelnen Bereiche ermöglicht.

Darstellung der Entwurfsidee zu Szenario 2 von weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen

  • Entwurfsdetails von weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen
  • Entwurfsdetails von weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen
  • Entwurfsdetails von weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen
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  • Entwurfsdetails von weberbrunner berlin / Herwarth + Holz / Landschaft planen+bauen
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Szenario 3: Neubau eines Stadions an alternativer Stelle im Sportpark und Teilnutzung des bestehenden Stadions

Team: Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins

Input zu Szenario 3 von Team Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins (Video: georg+georg)

Einleitung

Aufgrund der unterschiedlichsten Nutzungsansprüche an den Entwurfsraum könnten die Anforderungen kaum komplexer sein: INKLUSIV. NACHHALTIG. BEHUTSAM IM UMGANG MIT BESTAND. MULTIFUNKTIONAL. OFFEN. FÜR ALLE. ABER BEWIRTSCHAFTBAR. SICHER. VERTRÄGLICH. Seine Lage im Herzen Berlins und die historisch gewachsenen Relikte, wie das Tribünengebäude oder der Wall an der Hinterlandmauer machen den Ludwig-Jahn-Sportpark zu einem Ort mit viel Charakter und Potential. Er ist verkehrstechnisch ideal angebunden und fügt sich in eine Abfolge von Grünstrukturen ein. Jedoch ist der Ort bisher sehr introvertiert. Die mit der Zeit gewachsenen Sportanlagen werden der programmatisch geforderten Dichte und der Forderung eines ersten Inklusionssportstandortes nicht gerecht.  

Mit dem Szenario „Neubau eines Stadions an alternativer Stelle und Teilnutzung des bestehenden Stadions“ besteht die Chance, den Forderungen von Stadt und Stadtgesellschaft gerecht zu werden, ohne dass diese in Widerspruch miteinander treten. Der Neubau des Stadions kann verträglich, inklusiv und nachhaltig gestaltet und die alten Strukturen des Stadions in einer Sportlandschaft erhalten und neuen Nutzungen zugeführt werden. Die Nord-Südachse, der neue Sportboulevard, welcher in seiner Transitfunktion zu stärken ist, bündelt und reguliert alle Zugänglichkeiten und außersportlichen Funktionen. Im Westen verdichtet sich die Anzahl der Anlagen zum Sportcampus. Der neue Sportpark wendet sich dem Quartier zu, durch niederschwellige Sportangebote in der Sportlandschaft und in den angrenzenden Grünzügen Gaudystraße und Topsstraße.

Darstellung der Entwurfsidee zu Szenario 2 von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins

  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins
  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins
  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins
  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins
  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins
  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins
  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins
  • Entwurfsdetails von Octagon Architekturkollektiv / Albert Wimmer / Querfeldeins

Ergebnisse

Dokumentation 2. Werkstatt als PDF (nicht barrierefrei)

pdf-Dokument (1,06 MB) – Stand: 07.09.2021